07.09.2017

Die richtige Frequenz macht’s

Schwieriger Start auf der östlichen Stadtbahn, Infrastruktur wurde nachgebessert

Linie S3 auf neuem Bahnsteig im Bahnhof Ostkreuz

Eine Unregelmäßigkeit an einer Weiche am Ostbahnhof und Störungen der Infrastruktur brachten in den letzten zwei Wochen den Betrieb auf der östlichen Stadtbahn durcheinander. DB Netz arbeitet mit Hochdruck daran, die Probleme zu lösen und die S-Bahn Berlin unterstützt mit ihren Mitteln dabei, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten.

 

Für die Fahrgäste sind solche Störungen natürlich sehr ärgerlich, wir möchten uns dafür in aller Form entschuldigen.“

Helge Schreinert, Leiter Produktion von DB Netz

Zunächst lief alles wie geplant: Am 21. August war ein Meilenstein der Bauarbeiten am Ostkreuz geschafft und die S 3 fuhr pünktlich wieder über die Stadtbahn bis nach Westkreuz. Doch leider trübten Zugausfälle, Verspätungen und technische Probleme bei der Fahrgastinformation die Freude über die Rückkehr der S 3 und den neuen Richtungsbetrieb an den Bahnhöfen Ostkreuz und Warschauer Straße. Was war passiert?

„Zwei Dinge waren bei der Ostkreuz-Inbetriebnahme schwierig“, erklärt Helge Schreinert von DB Netz, „einerseits sind wir im Stellwerk Lichtenberg mit der Baumaßnahme nicht ganz fertig geworden und es gab noch Restarbeiten zu erledigen. Das führte zu Störungen bei der Selbststellung der Weichen und Signale zwischen Nöldnerplatz und Lichtenberg.“

Das größere Problem hatte eigentlich gar nichts mit dem Bauprojekt Ostkreuz zu tun, ist aber mit der neuen Fahrplanlage ab 21. August aufgetreten. Es konnte erst nach ausführlicher Analyse identifiziert werden: Am Ostbahnhof wurde die Frequenz einer Weiche von Rangierfahrten im Nachbargleis beeinflusst, so dass keine parallelen Fahrten auf Gleis 9 und 10 möglich waren.

„Diese Unregelmäßigkeit haben wir bisher nie bemerkt, weil die Gleisbelegung anders war. In solchen Fällen reagiert das System absolut sicher und alle relevanten Signale stehen auf Rot. Das führt bei einer so dichten Trassenbelegung, wie wir sie jetzt haben, dann dazu, dass sich Verspätungen schnell hochschaukeln. Deshalb konnte kurzfristig die S 75 nur bis Ostkreuz fahren“, erläutert Helge Schreinert.

In der Nacht vom 4. zum 5. September wurde die Einstellung der Weiche angepasst. Mit der neuen Frequenz soll das anspruchsvolle geplante Betriebsprogramm möglich sein. Bis dahin waren bei DB Netz und der S-Bahn zahlreiche zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz, um die technischen Probleme einzudämmen.


Anzeigen und Ansagen wurden von Hand gesteuert

Ein Bild

Auch bei den Fahrgastinformationsanlagen auf den neuen Bahnsteigen der Bahnhöfe Ostkreuz und Warschauer Straße waren noch Nachbesserungen notwendig. Auf den LCD-Anzeigern wurden zunächst Festtexte eingestellt.

Dann haben zusätzliche Stammaufsichten die Ansagen und Anzeigen von Hand gesteuert. Inzwischen ist ein Fehler in der Software der Betriebszentrale der S-Bahn behoben, an einem Konfigurationsfehler  im Fahrgastinformationssystem zur automatischen Erkennung, welcher Zug einfährt, wird noch gearbeitet.

Drei zusätzliche Mitarbeiter unterstützen am Bahnhof Warschauer Straße die Abfertigung der Züge, bis das moderne Zugabfertigungssystem ZAT-FM hier in Betrieb geht.

 

 

Text: Nina Dennert
Foto: David Ulrich