01.06.2017

Digitale Weichendiagnose mit DIANA

Das Instandhaltungswerkzeug hilft Störungen zu erkennen, bevor sie entstehen

Grafik - Wie funktioniert die digitale Weichendiagnose?

 

DB Netz und S-Bahn Berlin haben mit ihrem gemeinsamen Programm Ringbahn PLUS Berlin eine Qualitätsoffensive für mehr Pünktlichkeit auf den Ringbahnlinien gestartet. Bei der Infrastruktur hatten die Analysen schnell die Zuverlässigkeit der Weichen als einen der entscheidenden Faktoren identifiziert. Deshalb werden sie nun nach höchsten technischen Standards ausgerüstet und präventiv an eine Art Langzeit-EKG namens DIANA gelegt. Die Diagnose- und Analyseplattform für Anlagen hilft, Weichenstörungen zu erkennen, noch bevor sie entstehen.

 

Wie funktioniert das Langzeit-EKG für die Weichen namens DIANA?

Die Weiche wird von einem elektrischen Motor gestellt. Ein ungefähr feuerzeuggroßer Sensor in den Stromversorgungskabeln der Weiche misst den Stromverbrauch bei jedem Vorgang. Er wird automatisch mit einer Sollkurve verglichen – gibt es Abweichungen, meldet das System einen Fehler. Die Ergebnisse der DIANA-Sensoren können auf dem Computer und auf dem Smartphone per DIANA-App von den zuständigen DB-Mitarbeitern eingesehen werden.

Am Ampelsystem liest der Anlageverantwortliche ab, wie es der Weiche geht, grün: alles in Ordnung, gelb: Störungsgefahr, rot: defekt. Bei den Farben Gelb und Rot gibt es zusätzlich eine Push-Nachricht und eine Problemdiagnose. Dann entscheidet der Anlageverantwortliche, ob und wann gehandelt werden muss, um die entsprechenden Weichen zu reparieren.

Verspätungen von Zügen, die von defekten Weichen ausgelöst wurden, werden so präventiv minimiert. Zusätzlich werden Reparaturarbeiten besser planbar. Bis 2020 wird fast die Hälfte aller Weichen im deutschen Schienennetz an die Diagnosevorrichtung angeschlossen.

Weitere Informationen zum Programm Ringbahn PLUS Berlin

 

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Grafik: Deutsche Bahn/Stand: November 2016