23.03.2017

Was tun, wenn der Zug stehenbleibt?

Nachgefragt bei ...

Tobias Mertens, Leiter der Leitstelle plus bei der S-Bahn Berlin
Tobias Mertens, Leiter der Leitstelle plus bei der S-Bahn Berlin

 

Es ist ärgerlich genug, wenn ein S-Bahnzug auf der Strecke stehenbleibt und es nicht weiter geht. Leider bringen sich bei Betriebsstörungen die Fahrgäste manchmal unnötig in Gefahr und tragen dazu bei, dass der Zugverkehr länger als nötig unterbrochen ist.

Wie sich Fahrgäste bei Störungen richtig verhalten, erklärt Tobias Mertens:

 

Die S-Bahn bleibt stehen, es geht nicht mehr weiter, sicher eine unangenehme Situation.
Was sollte man als Fahrgast jetzt tun?

Tobias Mertens: Auch wenn es schwerfällt, die wichtigste Bitte an unsere Fahrgäste ist, ruhig zu bleiben und abzuwarten, was der Lokführer sagt. Die Sicherheit unserer Kunden hat absolute Priorität, darauf dürfen sie vertrauen.

 

Gerade wenn eine Störung länger dauert und der Bahnhof in Sichtnähe ist, könnte man auf die Idee kommen, aus dem stehenden Zug zu steigen und das letzte Stück zu laufen, warum geht das nicht?

Tobias Mertens: Natürlich kann eine längere Störung die Geduld der Fahrgäste strapazieren. Aber: Wer außerhalb der S-Bahnhöfe eigenmächtig aus dem Zug steigt, begibt sich in Lebensgefahr! Selbst eine leichte Berührung der Stromschiene kann tödliche Verbrennungen auslösen. Deshalb muss der Strom abgeschaltet werden, wenn Personen in die Gleise steigen. Ohne Strom können die S-Bahnen natürlich nicht fahren, es kommt zu weiteren Störungen und dauert noch länger, bis der Verkehr wieder aufgenommen werden kann.

Wenn im Notfall eine S-Bahn evakuiert werden muss, dann wird der Lokführer die Fahrgäste darüber informieren und sich darum kümmern, dass alles sicher abläuft, der Strom im Vorfeld abgestellt und die Schiene geerdet ist.

Deshalb ist in den Beförderungsbedingungen in § 4, Verhalten der Fahrgäste, Absatz 3 ganz eindeutig festgeschrieben, dass Fahrgäste Verkehrsmittel nur an den Haltestellen betreten und verlassen dürfen. Ausnahmen bedürfen der Zustimmung des Bahnpersonals.

 

 

Text: punkt3
Foto: David Ulrich