23.02.2017

Wer steht für wen auf?

Nachgefragt bei ...

Matthias Arndt, Leiter Kundendialog bei der S-Bahn Berlin
Matthias Arndt, Leiter Kundendialog bei der S-Bahn Berlin

 

Dieses Thema sorgt im öffentlichen Nahverkehr des Öfteren für Unmut: Wer hat einen Anspruch auf einen Sitzplatz? Und was genau bedeutet das Piktogramm mit dem weißen Kreuz in der S-Bahn? Das erklärt einer, der es wissen muss: Matthias Arndt ist Leiter Kundendialog bei der S-Bahn Berlin und beschäftigt sich täglich mit den Fragen der Fahrgäste.

 

Herr Arndt, für wen sind die mit weißem Kreuz markierten Plätze gedacht?

Piktogramme im der S-Bahn

Matthias Arndt: Die so gekennzeichneten Plätze sind für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste vorgesehen. Das sind zum Beispiel ältere Menschen, Blinde, Schwangere und Fahrgäste mit kleinen Kindern – kurzum Fahrgäste mit und ohne Schwerbehindertenausweis.

Wer keine Einschränkung hat, muss diese Plätze bei Bedarf freigeben. Übrigens: Im Regionalverkehr weisen ähnliche Piktogramme auf das Gleiche hin, diese sehen zum Beispiel so aus:

Piktogramme im Regio

 

Ist das irgendwo festgeschrieben?

Matthias Arndt: Dass man Personen mit Einschränkungen seinen Platz anbietet, ist schon ein Gebot der Höflichkeit und gegenseitigen Rücksichtsnahme. Geregelt ist das in den Beförderungsbedingungen des VBB, Paragraph 5.

 

Was mache ich, wenn dennoch niemand seinen Sitz freigibt?

Matthias Arndt: Bitten Sie die Fahrgäste höflich, einen Platz frei zu machen. Viele sind so in Gedanken oder das Smartphone versunken, dass ihnen gar nicht auffällt, dass Sie den Platz benötigen. Scheuen Sie sich nicht, freundlich darauf hinzuweisen.

 

 

Text: punkt3
Foto: André Groth